zur Startseite   |   als Startseite definieren   |   Impressum    




  Startseite




  Nachrichten





  Stadt Achim




  Veranstaltungen




  Geschichte




  Linkliste




  Foto-Dokus




  Blitzer




  Wetter




  Video & MP3





  Interaktiv




  zur Community




  Kleinanzeigen




  Umfragen





  ACHIMER.net




  Shop




  Gästebuch


 

Zurück zur Nachrichten-Übersicht    


Christoph Rippich an seinem Schreibtisch

Interview mit Christoph Rippich

Herr Rippich, sie sind jetzt seit 1968 Bürgermeister der Stadt Achim, haben sie schon einmal im Guiness Buch der Rekorde nachgeschlagen, wie viele Jahre sie noch „regieren“ müssen, um auch einen Eintrag zu bekommen?

Ehrlich gesagt, das Guiness Buch der Rekorde interessiert mich überhaupt nicht.


Gab es in diesen über 35 Jahren jemals einen Punkt, wo sie ans Aufhören gedacht haben?

Es gibt immer wieder schwierige Punkte, große Probleme, wo man fast resignieren wollte, aber ans Aufhören habe ich nie gedacht.


Aus welchen Motiven heraus sind sie bereits so jung in die Politik gegangen?

Ich bin sehr viel jünger angefangen mit der Öffentlichkeitsarbeit. Ich bin mit 17 Jugendobmann geworden, allerdings damals mit rechtlicher Sondererlaubniss im Sport. War mit 21 jüngster Kreisjugendobmann beim Deutschen Fußball Bund und so bin ich halt in der Öffentlichkeit geblieben und vom Trainingsanzug als Trainer in den dunklen Anzug des Bürgermeisters umgestiegen.


Haben sie ein politisches Vorbild?

Es gibt viele viele Leute, die ich kennen gelernt habe, auch als Bezirksvorsitzender der SPD, die ich als Vorbilder ansehe, aber einen ganz besonderen nicht. Aber ich könnte Namen nennen, die ich auch persönlich kennengelernt habe, wie Willi Brand, wie Helmut Schmidt oder früher noch Carlo Schmidt, oder auch andere aus anderen Parteien wie Thomas Delert, den ich für einen ganz großen Politiker gehalten habe. Und auch Professor Ludwig Erhardt.


Seit Monaten laufen der SPD bundesweit die Wähler weg, haben sie Angst vor der nächsten Kommunalwahl?

Nun ich muss ja keine Angst mehr haben, weil ich ja nicht mehr kandidiere, aber natürlich hat die SPD derzeit eine sehr schwierige Rolle zu spielen, nämlich die, eine Entwicklung möglichst gerecht aufzuhalten, die anderenfalls zu einer Gefährdung unseres Staates führen würde.


Ein Thema spaltet Achim seit langer Zeit, die Sanierung der Innenstadt. Wie stehen sie zu diesem Thema?

Die Sanierung war notwenig, so hatte Achim mit immerhin zu der Zeit 25 000, heute 32 000 Einwohnern keine Innenstadt. Keine in sich geschlossene, denn diese an der Obernstraße entstandenen Häuser, das war mehr zufällig. Wir mussten ein Stadtzentrum schaffen und wir mussten die Verkehrsprobleme lösen. Wer heute die Fußgängerzone betrachtet, darf nicht vergessen, dass da, wo heute das Geschäft Froböse ist, vor 15 Jahren jeden Tag 20 000 Autos vorbeifuhren.


Viele Achimer behaupten, dass das Rathaus überdimensional geplant wurde, viele Räume stünden leer, stimmt das?

Überdimensional geplant worden ist es nicht, im Gegenteil, es ist damals nach den damaligen Erkenntnissen auch einer Verwaltungsstruktur eigentlich sehr knapp bemessen gewesen. Inzwischen haben sich die Dinge geändert, mehr Technik in der Verwaltung, die Verwaltung ist neu strukturiert worden im Sinne von Dienstleistung. Es sind viele Arbeitsplätze auch weggefallen, das darf man nicht verschweigen und so sind eben Räume auch leer geworden.


Wie stellen sie sich eine künftige Nutzung dieser Räume vor?

Wir sind am Überlegen, ob man diese nicht zum Beispiel einem Anwalt oder als Büronutzung dritten anbieten sollte, und das werden wir im Laufe der nächsten Monate konkret angehen.


Neben dem Rathaus steht seit ca. einem halben Jahr eine kaum genutzte Toilette, ist diese überflüssig? Immerhin gibt es Toiletten im Rathhaus, im Kasch, in der Bücherei und in dutzenden Cafes, Kneipen und Restaurants.

Ja, diese Frage ist interessant, weil die Toilette gebaut worden ist auf Druck aus der Bevölkerung. Und, wir haben damals gesagt, das ist auch richtig. Nun wird sie verhältnismäßig wenig frequentiert, andererseits sollte man nicht nur danach gehen. Sie wird schon von einigen benötigt. Aber natürlich nur in den Zeiten, wo die anderen Bereiche geschlossen sind.


Der Achimer Innenstadt laufen die Käufer weg, und immer wieder ist von einem Kaufhaus die Rede, ein Sommerlochthema?

Die Weiterentwicklung der Innenstadt ist und darf kein Sommerlochthema sein, ein Kaufhaus nicht, sondern mehr ein Einkaufszentrum vielgestaltiger Art ist vorgeschlagen worden vom Wirtschaftsbeirat und zwar auf dem Gelände der heutigen Marktschule. Und da das eine Frage ist, die noch in der Diskussion und uns dann wohl auch in der Entscheidung beschäftigen wird.


Hat die Innenstadt überhaupt eine Chance gegen Weserpark, Dodenhof & Co?

Das ist schwer zu beantworten, aber ich gehe davon aus, sie hat eine Chance. Es ist natürlich alles auch eine Frage des Bewusstseins in der Gesellschaft. Einerseits klagen wir über Einsamkeit und dass wir als Individuen nicht mehr so viel gelten, andererseits zieht es uns dorthin, wo wir in der Masse untergehen.


Ein ganz aktuelles Thema: Magdeburger Straße, wie stellen sie sich dieses Gebiet im Jahr 2010 vor?

Dieses Gebiet im Jahre 2010 stelle ich mir nach unserer Plaung so vor. Und zwar einmal mit Grünflächen und Spielanlagen da, wo heute das Servicehaus steht. Ich stelle mir vor, dass vorne an der Leipziger Straße dann das Ganze mit Reihenhäusern zugebaut wird. Der Schwarze Container wird weg sein. Das Servicehaus ebenfalls, davon gehe ich auch aus. Und es wird dort eine Wohnbebauung entstehen, möglicherweise auch eine andere Nutzung. Wir müssen sehen, wie sich dort die Einkaufssituation entwickelt.


Was soll ihrer Meinung nach mit dem ehemaligen Bundeswehrgelände / Öllager werden?

Das Bundeswehrgelände ist eine einmalige Chance für die Stadt Achim. Deswegen, die erste Forderung der Stadt ist, dass das bisherige Übungsgelände ein Stadtpark wird, ein Stadtwald. Das Zweite ist, dass wir gerne sehen würden, dass im übrigen Bereich Gewerbe usw sich ansiedelt. Hier hat offensichtlich der Bund andere Vorstellungen, zusätzlich Flächen für Wohnbebauung frei zu bekommen. Andererseits hat die Stadt einen vom Rat beschlossenen Rahmenplan. Wir werden sehen, wie diese Gespräche jetzt weiterlaufen.


Seit einem halben Jahr gibt es das Jugendparlament, haben sich die Jugendlichen schon einmal mit ihnen zusammen gesetzt, sich vorgestellt?

Ich war bei der konstituierenden Sitzung, ich begrüße jede demokratische Mitwirkung, und ich verfolge das mit interesse. Zur Zeit besteht dieser Kontakt über Mitarbeiter von mir, allerdings wäre ich jederzeit bereit, auch mit dem Jugendparlament über einzelne Fragen zu sprechen.


Halten sie das JuPa für eine sinnvolle Einrichtung?

Das muss ich zeigen, das liegt an den Betroffenen selber, aber vom Grundsatz her auf alle Fälle.


Das Gelände des ehemaligen Jugendzentrums wurde vor kurzem verkauft. Soll dieses Geld der Jugend zu gute kommen?

Das ist ein Ratsbeschluss.


Das JuPa plant ein Jugendzentrum, wäre es nicht sinnvoller, dieses Geld in den Schuldenabbau zu investieren, immerhin kommt das auch der Jugend zu gute.

Aber die heutige Jugend will auch leben und ihre Freizeit gestalten. Dass wir als öffentliche Hand das nur sehr wenig beeinflussen können und beeinflussen wollen ist klar, aber ich denke das wir für heute Rahmenbedingungen schaffen sollten. Bei einem Jugendzentrum bin ich skeptisch, weil es zu viele unterschiedliche Interessen gibt. Aber einzelne oder eine Mehrzahl von Angeboten könnte ich mir als sinnvoll vorstellen.


Wie sieht denn ihre persönliche Lebensplanung aus? Wie lange möchten sie noch eine aktive Rolle in der Politik spielen? Welche Prioritäten setzen sie für die Zeit danach? Kein Achimer kann sich vorstellen, dass sie einfach nur die Hände in den Schoß legen.

Faulenzen, das mache ich manchmal im Urlaub gerne, aber es darf nicht zu lange dauern. Meine Amtszeit endet am 31.10.2006. Damit endet auch meine politische Tätigkeit. Aber nach meinen Vorstellungen nicht die Tätigkeit für die Öffentlichkeit, ich gehe vielleicht zu den Wurzeln zurück ins Vereinsleben.

 
Termine

16. April: Sounds Like Fire mit Mono und Nikitaman im Dröönläänd
22. April: achimer-community.de & Achimer.net Chatter Treffen im Musikkeller Katakomben
23. April: One Night Young Party im Meyer-Bierden


Foto-Doku:
  800 Achimer bei der Demo gegen Nazis in der Innenstadt

Interview:
  Reinhard Grindel zu seiner politischen Arbeit in Berlin.

Musikvideo:
  Viel los im Dröönläänd - Dub-Ill-You & Liquid Lootsch - Maddonix (Musikvideo)

Foto-Doku:
  Handball Bundesliga: SG Achim Baden gegen den TG Münden

Die neuste Foto-Doku
  Immer die neusten Foto-Dokus aus Achim, Uesen, Baden, Bierden, ...